„Oh wie find ich es schön, oh wie find ich es schön, oh wie find ich es schön, dass es schneiheit …!“

Nicht zum ersten Mal greife ich an dieser Stelle auf ein Zitat meiner Kinderbuchheldin Pippi Langstrumpf zurück. Denn manchmal lassen sich keine besseren Worte finden, als die begeisterten Worte eines Kindes. Oh wie fand ich es schön, dass es schneite, als ich mich am Samstag, den 10. Dezember, morgens mit 17 weiteren Mitgliedern der Bremen Draggstars auf dem Weg von Bremen nach Hamburg befand. Ich fand es auch immer noch schön, dass es schneite, als ich in Hamburg aus dem Auto stieg, war es doch mein erster Schnee in diesem Winter. Allerdings hoffte ich gleichzeitig darauf, dass es auch noch wieder aufhören würde zu schneien an diesem Tag.

Warum? Weil wir uns auf den Weg begeben hatten zum 2. Niko-Drachencup in Hamburg. Und nicht nur ich, sondern sicher auch viele meine Teamkolleginnen und Teamkollegen mussten sich vor dem Wochenende die Fragen anhören: Seid ihr eigentlich verrückt, bei diesem Wetter zu paddeln? Ist eure Saison nicht schon längst vorbei?

Nein, war sie nicht. Denn wir waren angetreten, um insgesamt 9 km – vom Alster-Canoe-Club e. V. in Hamburg von der Alster über die Außenalster zur Binnenalster und, nach Umrundung des hell erleuchteten Tannenbaums, wieder zurück – zu absolvieren. Dazu bekamen wir tatkräftige Unterstützung durch den ACC auf der Trommel und von der Steuerfrau Sandra, Mitglied der Schwarzen Schafe.

Als das Startkommando kam, schneite es leider immer noch, auch wenn ich das nun langsam gar nicht mehr schön fand. Schlimmer noch: Wenn es nicht gerade schneite, regnete es; hörte der Regen auf, kam der Schnee wieder. Schöne Bescherung. Und das schon 14 Tage vor Weihnachten! Wenigstens gab es unterwegs allerlei Kuriositäten zu sehen: Pippi Langstrumpfs getupftes Pferd stand in einem Vorgarten, auf der Alster schwamm ein Wal und man konnte beobachten wie ein Haufen gut gekleideter Weihnachtsmänner aus ihren Autos stieg und sich dann in Boote schwang, um eine gemütliche Paddeltour zu unternehmen. Rudolf schien irgendwie den Dienst versagt zu haben. Wahrscheinlich erprobten sie Möglichkeiten, den Kindern statt auf dem Luftweg die Geschenke nun auf dem Land- oder Seeweg zukommen zu lassen. Hauptsache, es gab glückliche Gesichter zu Weihnachten. Diese gab es dann auch bei uns, als wir im Ziel ankamen. Erst recht, weil man sich die Zeit zwischen Trockenlegen und Siegerehrung mit leckerem Glühwein und Apfelpunsch vertreiben konnte.

Als die Platzierungen verkündet wurden, durften wir jubeln. Mit einer Zeit von 49:38 Minuten erreichten wir, unter den insgesamt 16 angetretenen Teams, einen fantastischen dritten Platz, nach dem Team vom Schaengel-Express aus Koblenz und den Praktikanten des Alster-Canoe-Club. Und man muss nicht mal Plutimikation wie Pippis Freunde Annika und Tommy in der Schule lernen, um sich ausrechnen zu können, dass bei den Platzierungen des Jahres 2011, die die Bremen Draggstars eingefahren sind, sie auf das erfolgreichste Jahr seit Bestehen des Teams zurückblicken können.

 

Allen Teams, den Teammitgliedern der Bremen Draggstars und ihren Familien ein entspanntes und stressfreies Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Als die Frage aufkam, ob es Vorschläge für bestimmte Regatten gibt, die wir gern fahren möchten, hatte ich spontan die Mindener Wesermeile im Kopf. Was sind schon 21 km im Vergleich zu den 135 km des Wesermarathons, den wir mit 12 Personen im Mai gefahren waren, dachte ich mir, reichte meinen Vorschlag ein und meldete mich selbstverständlich auch gleich zum Paddeln mit an. Meine Vorfreude war groß, war doch strahlender Sonnenschein bei sommerlichen Temperaturen angekündigt, die Strecke auf der Weser traumhaft schön und unser Boot mit voller Besetzung am Start.

Zusammen mit 15 weiteren Teams trafen sich die Bremen Draggstars zunächst im Ziel am Bootshaus des KSG Minden, dem Ausrichter der Veranstaltung. Mit mehreren durch die Veranstalter organisierten Bussen wurden die Paddlerinnen und Paddler von dort aus zum Start in Vlotho kutschiert. Auch wenn von den 16 Teams nur zwei Jugendboote dabei waren, mutete die Busfahrt doch schnell wie eine Klassenfahrt an. Jeder Kilometer, jede Kurve, jedes Auto und jedes Boot wurden kommentiert; es wurden Sprüche geklopft, um den Anderen Respekt einzujagen, die eigene Zurechnungsfähigkeit bei der Entscheidung mit zu paddeln nochmal angezweifelt und ein ausgiebiger Besuch beim Restaurant zur goldenen Möwe als Alternative in Betracht gezogen.

Doch es half alles nichts. Fast pünktlich um 13.00 Uhr hieß es für die Mannschaften im Minutentakt an den Start zu gehen und 20 Kilometer mit dem Strom zu paddeln. Als 11. Boot hieß es auch für die 20 Paddler und Paddlerinnen der Bremen Draggstars und ihre Trommlerin Sophia: Are you ready? Attention! Go …

Und wir gingen ab. Mit einer sehr konstanten Frequenz von 65 Schlägen pro Minute, immer wieder gestärkt durch Intervalle mit sehr druckvollen und kräftigen Schlägen konnten wir in teils extrem anstrengenden und kräftezehrenden Manövern vier Boote überholen. Als das Ziel nach einer Kurve endlich ins Blickfeld kam, machte sich auf manch einem Gesicht schon ein glückseliges Lächeln angesichts des baldigen Endes der Anstrengungen breit, doch da hatten Einige die Rechnung ohne die Veranstalter gemacht. Noch am Bootshaus des KSG Minden vorbei galt es eine Kampfwende zu fahren und ca. 1 km gegen den Strom zurück zur Ziellinie zu paddeln.

Erschöpft und mit einigen KK-bedingten Ausfällen (Kreislauf und Krämpfe) stiegen wir aus unserem Boot und belegten mit einer Zeit von 1:22:49,15 den 4. Platz. Doch auch ohne den Aufstieg auf das Treppchen konnte unser Teamcaptain und Trainer einen Pokal für uns in Empfang nehmen und bei Eis und Currywurst mit Pommes ließen wir den Tag entspannt ausklingen.

Und bei meinem Blick in die anderen Gesichter konnte ich auch dort ebenso viel Stolz auf die eigene Leistung feststellen wie bei mir, aber es blitzten auch die Zweifel auf, warum man sich bei dem bereits nach einer Stunde einsetzenden schmerzenden Muskelkater so eine Anstrengung freiwillig antut. Heute, nach zwei Nächten voll unruhigem Schlaf, weil eigentlich keine Liegeposition so richtig angenehm ist, freue ich mich schon wieder auf die Nikolausregatta im Dezember in Hamburg und würde fast schon wieder Wetten auf mich selbst abschließen, dass ich mich auch im nächsten Jahr wieder mit tollen Teamkolleginnen und -kollegen ins Boot setze, wenn es an die 135 km Wesermarathon oder die 21 km Mindener Wesermeile geht.

 

Bis dahin verabschieden sich die Bremen Draggstars in das Wintertraining und bedanken sich bei allen Veranstaltern und Teams, die diese Regattasaison wieder zu einer unvergesslichen gemacht haben!

Dienstag, 20 September 2011 21:26

Mit LEERen Händen gehen wir nicht nach Hause!

Die 4. Leeraner Stadtmeisterschaften waren in 2011 auch europaweit ausgeschrieben, so erschienen an diesem herrlichen Wochenende in der Hafenarena neben den regionalen, auch einige angereiste Teams aus Holland, Wuppertal und Lingen.
29 Teams kämpften um die Stadtmeisterschaft, die ersten Platzierungen in der offenen Klasse, dem Königscup sowie auf der Mittelstrecke von 900 m.
Für die Bremen Draggstars war es die erste Teilnahme an diesem Event und eine gute Gelegenheit für einige unserer neuen Paddlerinnen und Paddler Regattaluft zu schnuppern. Unsere teils 14-Jährigen bissen die Zähne zusammen und feierten in den 2 Vorläufen am Samstag gleich mit uns die ersten Siege.
Samstagabend hieß es dann: Holt die Plastikkeule raus! Denn der Veranstalter, die Hobbits aus Leer, wollten der Fairness halber alle Teams mit Plastikpaddeln starten lassen. Für uns eine neue Erfahrung, trotz Sonnenschein schien es zu regnen, so viel Wasser wühlten wir damit auf. 
Nach 2 Wenden und einem Schlussspurt war es geschafft und wir glücklich, diese schweren Paddel wieder abgeben und zum Bierchen greifen zu dürfen.
Am Sonntag drehten wir am Morgen eine kleine Runde im Hafenbecken bevor dann die Finalläufe starteten. Hatten wir am Samstag noch deutlich mehrere Sekunden vorn gelegen, schwanden Sonntag etwas die Kräfte und so wurde es nochmals spannend. Mit hauchdünnem Vorsprung sicherten wir uns den Sieg auf der 250 m Sprintstrecke vor den Moneydragons. So blieben wir das ganze Wochenende ungeschlagen, denn auch die Mittelstrecke konnten wir mit 10 Sek. Vorsprung für uns entscheiden. Ein entspanntes Wochenende, bei dem eher der Spaß im Vordergrund stand, liegt hinter uns und so machen wir die Vitrine auf, denn wie heißt es so schön, mit LEERen Händen gehen wir nicht nach Hause.

 

Zwei Junioren der Bremen Draggstars haben sich bei den 10. World Dragon Boat Racing Championships der International Dragonboat Federation (IDBF) vom 1. bis 7. August mit dem Jugendnationalteam (U18) eindrucksvoll gegen die starke internationale Konkurrenz aus Canada, den USA, Singapur, Großbritannien sowie Trinidad und Tobago durchgesetzt.

Bereits im Winter hatten sich Arne Laging und Jan Jathe im bundesweiten Sichtungslager für das Jugendnationalteam Drachenboot qualifiziert. Neben Schule und Alltag galt es nun für die Jugendlichen täglich intensiv in den Heimatvereinen zu trainieren und die eigene Maximalkraft, Schnelligkeit und Ausdauer zu verbessern. Zudem trainierte der Kader mit 22 Jungen und 10 Mädchen zwischen 15 und 18 Jahren ab dem Frühjahr regelmäßig bei Wochen- und Wochenendtrainingslagern in Mecklenburg-Vorpommern zielgerichtet für die WM und legte dabei pro Woche fast 200 Trainingskilometer zurück. Nach zwei Vorbereitungswettkämpfen und einem abschließenden Trainingslager ging es für das Team und die Betreuer am 23. Juli auf die Reise nach Tampa in Florida wo zunächst eine Akklimatisierungsphase und vor allem weiteres Training auf dem Plan stand, bevor es dann richtig losging.

Bereits am ersten Wettkampftag bewiesen die Junioren eindrucksvoll ihr Können und sorgten gleich zum Auftakt für goldig-silberne Momente. Im 2000 m Verfolgungsrennen, das den Zuschauern immer spannende, kraftbetonte und taktische Rennen bietet, wurde das Team in der Mixed-Klasse (mind. 8, max. 12 Mädchen) nur knapp vom kanadischen Team geschlagen und gewann die Silbermedaille. In der Open-Klasse konnte sich das deutsche Team jedoch gegen Kanada durchsetzen und gewann seinen ersten Weltmeistertitel.

Auch am zweiten Wettkampftag lieferten sich die Junioren wieder knappe Rennen, diesmal über die 1000 m, die gleich zweimal zu absolvieren waren. In der Addition beider Läufe konnte sich sowohl das Open wie auch das Mixed Boot gegen die Konkurrenten durchsetzen und sich über die nächsten Weltmeistertitel freuen.

Abweichend vom normalen Ablaufplan folgte am dritten Renntag die 200 m Sprintdistanz, in der drei Wertungsläufe zu fahren waren, von denen der schlechteste gestrichen wurde. Mit der für das Jugendnationalteam typischen sehr hohen Schlagfrequenz standen die Chancen auf weiteres Edelmetall bestens und beide Teams enttäuschten nicht – Gold im Mixed und Silber für das Open-Boot, sowie Gold im Small Boat (10 statt 20 Paddler).

Nun standen noch die Rennen über 500 m an und auch hier zeigte sich, dass das Trainingskonzept der Trainer aufging: die hohe Schlagfrequenz konnte auch über die lange Sprintdistanz gehalten werden und das Team fuhr souverän zwei weitere Weltmeistertitel ein. Zum Abschluss traten die Junioren nochmals im Small Boat über die 500 m an und krönten die bisherige Ausbeute mit zwei weiteren Titeln.

Mit 9 Gold- und 2 Silbermedaillen wurde somit der Rekord des Jugendnationalteams der WM in Australien, bei der 7 Titel gewonnen wurden, nochmals eindrucksvoll verbessert. Nach einer langen aber erfolgreichen Rennwoche sind die Junioren nun auf dem Rückweg nach Deutschland und werden in ihren Heimatvereinen nun gebührend gefeiert werden!

 

Das Jugendnationalteam in Florida 2011                    Arne Laging und Jan Jathe - die Junioren der Bremen Draggstars

 

 

Fotos: Frank Aheimer

 

 

Am vergangenen Wochenende tauschte das Team der Bremen Draggstars die bisherige Süßwasserausrüstung gegen Salzwasserequipment und begab sich auf den Weg nach Rostock zum 16. Warnemünder Drachenbootfestival. Begleitet von strahlendem Sonnenschein, mit hoher Motivation nach den Erfolgen der letzten Regattawochenenden und jeder Menge Sonnencreme im Gepäck galt es, statt der üblichen 250 Meter eine Strecke von 280 Metern am Samstag zurückzulegen. Für den Sonntag stand der Coca-Cola-Sprint-Cup auf einer Distanz von 100 Metern auf dem Plan.

Bereits im 2. Vorlauf des Samstages konnten die Bremen Draggstars beweisen, zu welchen Leistungen sie fähig sind und gewannen gegen das Jugendnationalteam, dem späteren zweitplatzierten Team auf der Strecke von 280 Metern und Sieger des Sprint-Cups. Insgesamt gelang es dem Team, wie im Vorjahr, einen guten Platz einzufahren und so konnten wir uns im LT-Club während der Siegerehrung am Abend bei der Pokalübergabe für den 1. Platz in der Leistungsgruppe B feiern lassen und belegten damit den 13. Platz von 94 gemeldeten Teams. Auf der kurzen Distanz am Sonntag konnten wir schließlich einen erfolgreichen 6. Platz erreichen.

Darüber hinaus hatte Warnemünde für uns aber auch noch andere Erkenntnisse zu bieten:

  1. Das Warnemünde-Lied vom letzten Jahr ist auch in diesem Jahr noch aktuell.
  2. Den Sprint-Cup fahren wir am besten mit hoch gezogenem Start, dann Bam Bam und durch.
  3. Solange der Fuchsbärvogel dabei ist, kann nichts passieren.
  4. Frühstück gibt es im Hotel noch nicht um 06:30 Uhr, dafür aber in meinem Zimmer, was mir zu so früher Stunde Einiges abverlangt.
  5. Strandsand knirscht auch am Montag noch auf der Kopfhaut.
  6. Aus irgendwelchen Gründen haben wir in Mecklenburg-Vorpommern mehr Fans, Familienmitglieder und Freunde, die uns anfeuern, als in den kompletten alten Bundesländern.
  7. Auf jeder Regatta sollte eine Endlosschleife laufen, die alle 20 Minuten die Geschichte des Drachenbootsports erklärt.
  8. Für Nachwuchs im Boot ist bereits gesorgt.
  9. Der Tanzstil einiger Teammitglieder grenzt eher an konstruktiv-unkonservativ, denn an Standard.
  10. Den schönsten Ausblick bietet immer noch die eigene Trommlerin.
  11. Zwischen Teepott und Mole lässt es sich bei der Happy Hour wunderbar entspannen.

An diesem Wochenende ging es für die Paddlerinnen und Paddler der Draggstars zum Regattazentrum in Allermöhe, wo der 3. Hamburger Taiwan-Cup ausgetragen wurde. Zum ersten Mal dabei, trafen die Bremen Draggstars auf viele bekannte Teams aus dem Norden Deutschlands, aber auch auf zwei asiatische Mannschaften, mit denen es sich zu messen galt.

Angespornt von dem guten Ergebnis aus Hannover nur 14 Tage zuvor, konnten wir uns auf der Kurzstrecke von 250 Metern am Samstag noch steigern und erreichten in Hamburg nach den Dragon One aus Dessau und den Sonntagsfahrern aus Friedersberg den 3. Platz in der Sportklasse. Voller Freude und Adrenalin ging es auch gleich weiter zur Langstrecke über 2.000 Meter. Begleitet von bedrohlich schwarzen Wolken und sich ankündigenden Regengüssen lieferten sich die Teams heiße Verfolgungsrennen, bei denen keine Mannschaft trotz der bereits geleisteten Anstrengungen bereit war, den anderen etwas zu schenken. Und so kämpften auch die Bremen Draggstars verbissen, schoben sich immer wieder mit kraftvollen, langen Schlägen und einem sehr gleichmäßigen Takt nach vorn und erreichten schließlich als dritte der Sportklasse nach den KRK Blue Eagles aus Minden und den Sonntagsfahrern das Ziel. Somit konnten wir den zweiten Pokal auf dieser Regatta für uns einfahren.

Wer nun dachte, dass sich die Leistung am Sonntag auf der Distanz über 500 Meter sicher nicht noch einmal wiederholen ließe, sollte schnell eines Besseren belehrt werden. Bereits im ersten Lauf konnten wir uns direkt für den Zwischenlauf qualifizieren und gingen anschließend aus diesem als schnellste Mannschaft aus dem Rennen. Somit war uns die Teilnahme im A-Finale um die Plätze eins bis vier sicher. Mit der Aussicht auf einen dritten Pokal an diesem Wochenende gaben die Paddlerinnen und Paddler nochmal alles und so gelang es tatsächlich erneut als Drittplatzierte neben den Sonntagsfahrern und den Dragon One aufs Treppchen zu steigen. Die Freude war unbeschreiblich.

Wieder zeigte sich also, die Bremen Draggstars sind ein Team, mit dem man rechnen muss. Aus den Vor- und Zwischenläufen gingen wir über alle Distanzen souverän und mit Abstand ungeschlagen heraus und durch viel Zusammenhalt und Harmonie konnten wir auch in den Finalläufen ganz vorn mitfahren.

Und schon Pipi Langstrumpf sang: Drei mal drei macht vier, wiedewiedewiet und drei macht Neune, ich mach mir die Welt, wiedewiedewie sie mir gefällt. Uns gefällt die Welt des Drachenbootsports und so werden wir voller Elan bereits in 2 Wochen zum 16. Warnemünder Drachenbootfestival fahren und wieder Alles geben!

 

Samstag, 11.06.2011 gegen 06.15 Uhr. Weißes Craft-Shirt, schwarze Hose, Rennshirt, Sitzkissen, Paddel – aber auch das Zelt, die Isomatte und der Schlafsack mussten schnell noch eingepackt werden, denn für die Bremen Draggstars ging es dieses Pfingstwochenende zum wiederholten Male zu den Hannover Dragonboatraces am Maschsee.

Mit angenehmer Wetterprognose für die kommenden drei Tage, guter Trainingsvorbereitung und viel Vorfreude auf ein schönes gemeinsames Wochenende ließ es sich auch zu so früher Stunde problemlos in unser erstes Regattawochenende der Saison starten.

In Hannover hieß es dann: „the dragons are back in town“. Auf sieben Bahnen nebeneinander wollten dieses Jahr rund 140 Teams der Klassen FunFun, FunSport, Breitensport und Leistungssport auf den Strecken 250 Meter, 500 Meter und 4.000 Meter gegeneinander antreten.

Und auch dieses Jahr zeigte sich wieder: Die Bremen Draggstars fahren auf Augenhöhe mit den anderen Mannschaften. So konnten wir bereits am Samstag unseren 5. Platz auf der 250 Meter-Strecke aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigen. Dadurch motiviert gaben wir auch auf der Distanz über 500 Meter am Sonntag alles und konnten so eine starke Leistung verzeichnen. Der Pfingstmontag stand dann ganz im Zeichen der Langstrecke. Auf 4.000 Metern lieferten sich die Teams starke und spannende Verfolgungsrennen. Da hieß es Nerven bewahren und nur auf den eigenen Trommelrhythmus achten, einen langen Atem beweisen, in der Wende die Vorteile zum Überholen sichten, dann mit ordentlich Druck auf dem Paddel wieder in die Gerade gehen und sich gemeinsam als Team anspornen, die eigenen Grenzen zu überschreiten. Und so kamen die Bremen Draggstars nach einer sehr guten Zeit von 20 Minuten 35 Sekunden erschöpft, aber glücklich ins Ziel.

Wir blicken somit auf einen rundum gelungenen Start in unsere Regattasaison, bei dem sich neben dem Erfolg im Boot auch zeigte, was für ein eingespieltes Team die Bremen Draggstars sind, so dass wir nun voller Vorfreude auf die kommenden Herausforderungen blicken.

 

Das Ziel lag in 135 km Entfernung. Der Startschuss fiel um 6.07 Uhr am Sonntag, 08. Mai 2011. 12 Teammitglieder stellten sich dieser Herausforderung und vorab: Es hat sich gelohnt!

Die Kühle der Nacht war nach den ersten Startkilometern, wo sich Werra und Fulda küssen und die Weser ihren Ursprung nimmt, schnell verflogen und wich in rhythmischen Trommelschlägen den ersten Sonnenstrahlen. Eine bezaubernde Landschaft tat sich auf und das Starterfeld mit insgesamt 1500 Teilnehmern zog sich schnell auseinander. Kajaks, Ruderboote, Canadier und 2 Drachenboote gingen auf die Reise. Trotz extremen Niedrigwassers mit teils nur 1,2 m Wasserstand und geringer Strömung, fanden die Bremen Draggstars schnell ihren Rhythmus. Die erste von 2 kurzen Pausen machten wir hinter der Bronzestrecke (km 53), wo bereits 400 Teilnehmer ausstiegen, für uns war das erst der Anfang. Mit langen Zwischenspurts brachten wir das Boot wieder auf Kurs, kämpften teils mit starkem Wind und aufschäumendem Wasser, den Nerven, den Schmerzen, dem inneren Schweinehund. Wir wechselten immer wieder die Seiten, die Bänke, um kurze Entlastung für die Muskeln zu bekommen, fuhren mit langem Spurt an der Silberstrecke (km 80) vorbei, wo wieder 800 Teilnehmer ausstiegen, und stoppten noch einmal für wenige Minuten bei km 100. 35 km lagen noch vor uns, überholt hatte uns noch niemand, das gab Ansporn noch einmal alles zu geben! Laute Trommelschläge kündigten uns in Hameln an, unter Applaus fuhr unser Drachenboot um exakt 17.20 Uhr über die Ziellinie.

Die Bremen Draggstars sind bislang das einzige Drachenboot, das die 135 km Goldstrecke im Weserbergland bezwungen hat und das nach 2007 & 2008 jetzt in 2011 gleich zum 3. Mal!

Eine schöne Mannschaftsleistung, die uns den ersten Pokal in dieser Saison einbrachte, macht Lust auf mehr, mehr Drachenbootsport!

Caspar Rath

Bremen Draggstars



Zwei Junioren der Bremen Draggstars haben sich im bundesweiten Sichtungslager für das Jugendnationalteam Drachenboot gegen harte Konkurrenz durchgesetzt. Nun heißt es den Sommer über fleißig weiterzutrainieren und dann geht es zusammen mit 28 weiteren Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren vom 1.-7. August in den Golf von Mexiko nach Tampa Bay an der Westküste der Halbinsel Florida zur 10. Drachenboot Weltmeisterschaft des IDBF (http://www.tampabaydragonboats.com/Default.aspx?tabid=89).

In den vergangenen zehn Jahren konnte das Jugendnationalteam mehrfach den Europa- und Weltmeistertitel gewinnen - bei der Drachenboot EM 2010 in Amsterdam blieb das junge Nationalteam in den Rennklassen Mixed und Open auf allen Distanzen sogar ungeschlagen und kehrte als sechsfacher Europameister zurück!

Die Bremen Draggstars wünschen dem Team für 2011 viel Erfolg!